Boris Atelier, Boris Frhlich


Über das Radieren

Beispiele für Radierungen
(bitte für eine größere Ansicht anklicken)


 
Von den Goldschmieden und Harnischmachern haben wir's gelernt - das mechanische oder chemische Verletzen des Metalls.

Wer dann den Gedanken hatte, die Rillen mit Farbe zu füllen und diese dann auf feuchtes Bütten zu drücken wissen wir nicht - nur, dass sich Leute wie Dürer freuten, dass sie auf diese Weise ihre linearen Zeichnungen vervielfältigen konnten.

Dann kam Goya: er schenkte uns die Aquatinta. Er schmolz feines säurefestes Harz auf die Platte - fast ein Raster - ätzte dann und sah: je tiefer die Vertiefung, desto mehr Platz für die Farbe, desto tiefer der Farbton. Er konnte seine Capriccios tonig unter's Volk bringen.

Immer herrschte in der Graphik noch der Gedanke: Reproduktion!
Dann kam Whistler, ein Mann, ein brillanter Koch, Gastgeber mit Florettzunge, der vierspännig in die Werkstatt fuhr und dort seine Platten selber wischte und dann seine Blätter berechtigt nicht mehr auf der Platte signierte, sondern mit Blei - rechts unten.

Das Feld war frei für Künstler: frei für das spontane Kratzen im Metall - für feine Nadeln in der Schicht - der bleistiftgleichen Zeichnung auf dem Bienenschmalzasphalt und für den Pinsel mit Couleur - das Spiel mit Farbe dann beim Druck.

Schade, dass viele heute wieder reproduzieren - ob sie die handwerkliche Arbeit scheuen, ob sie zu geldgierig sind oder einfach nur ängstlich, Schöneres zu finden als sie planten?