Boris Atelier, Boris Frhlich


Lithographie - die Technik

Beispiele für Lithographien
(bitte für eine größere Ansicht anklicken)

 

Die Lithographie - das Geschenk Sennefelders - der Flachdruck - der Vorläufer des industriellen Offsetdrucks - begeisterte schon Goya: endlich feine Grautöne und sattes Schwarz in einem Arbeitsvorgang;

oder Toulouse-Lautrec: endlich feine und dennoch klare Farbe auch bei großen Formaten;

oder Picasso: endlich die Möglichkeit für den Sucher, den homo ludens: jeglichen Zustand eines Bildes auf beliebig vielen anderen Steinen, auf jeglichen Weg hin erforschen zu können.

Der Stein, der dies alles ermöglicht, ist ein Kalkschiefer - entstanden vor Millionen Jahren aus Millionen abgestorbener Tiere - in der Nähe des Erdinnenfeuers unter dem Druck des großen Wassers.

Er zeichnet sich durch seine Neutralität gegenüber dem Wasser und dem Fett aus. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Mit Fett malt man deshalb auf den Stein, hält ihn feucht, walzt ihn mit Fettfarbe ein - nur die Fettzeichnung nimmt die Fettfarbe an und unter Druck gibt der Stein die Farbe wieder ab.

So die Theorie - doch jeder Stein ist ein Individuum. Andere Tiere, andere Mineralien, andere Härtegrade. Er ist nie gleichmäßig, immer verschieden - noch immer nicht erforscht.

Doch wen interessiert heute noch die Technik - sie ist ein Fossil. Wo wird heute noch Qualität der Quantität und dem Preis vorgezogen?

Wer aber einmal einen Stein geschliffen hat, hörte, wie das stumpfe Kanten sich zum Singen wandelte, wer mit dem Stein kämpfte, damit er das druckt, was man zeichnete, wer den Kampf mit dem wuchernden Fett bestand, wer erschöpft mit Muskelkater in Schulter und Händen in den Sessel sinkt und sein Blatt sieht, der wird vom Virus "Stein" befallen und dieser Sucht frönen.